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Songtexte und Gedichte von T. Paul Fischer

Manchmal glaube ich, ich bin dein Sklave
Text & Musik: T.Paul Fischer ©August 1979 sicpaul

Manchmal glaube ich, ich bin dein Sklave,
Zum einem Teil hab' ich auch Recht:
Geistig bin ich bei dir gefangen,
Doch der Lohn dafür ist schlecht:
Ein trüber Mund ziert deine Wangen.

Mit Freundin in London Manchmal glaube ich, ich bin dein Sklave,
Denn bedienen darf ich dich.
Wenn du mich fragst, dann laufe ich schon,
Doch nach dem Sinn, da frag' ich mich,
Nicht 'mal ein Lächeln gibt's als Lohn!

Manchmal glaube ich, ich bin dein Sklave,
Bei all dem, was ich für dich getan.
Was früher mal Liebesbeweis gewesen
Nimmst du heut' als selbstverständlich an,
Als wär' es meine Pflicht gewesen!

Manchmal glaube ich, ich bin dein Sklave,
Und ich frage mich, warum ich's bin;
Doch da die Liebe mich bei dir gefangen hält,
Nehme ich mein Schicksal hin,
Auch wenn Plausibles dafür fehlt.

Geistig bin ich bei dir gefangen,
Das forderte auch seinen Preis.
Doch siehst du nicht mein Verlangen
Nach ein bisschen Liebe - zum Beweis,
Dass nicht alle Mühe umsonst war?!


In der 4ten Strophe hiess es im Original statt "Plausibles dafür" etwas zu unspezifisch "die Begründung dafür" und in der 5ten Strophe änderte ich das zwar korrekte, aber weniger elegante " Das kostete auch seinen Preis" in " das forderte auch seinen Preis".

Hörprobe

Bei SoundCloud

Manchmal (glaube ich, ich bin) dein Sklave [V2.1]

Bis ein amtlicher Endmix und ggf. ein Video fertiggestellt sind, gibt es hier eine grobe Fassung (=Rough-Mix) des Songs vom August 2015.
Zuerst hab ich die beiden Spuren nylonbesaitete Gitarre eingespielt und die spartanische Percussion programmiert, um die Grundlage für den anschließend aufgenommenen Gesang zu legen. Als großer Fan des Mellotron-Klanges (Vgl. die Streicher und manchmal die Flöte Anfang der 70er Jahre von Bands wie King Crimson, Genesis, Roxy Music, Yes, Moody Blues, Barclay James Harvest, usw.) schien mir dieser Text wie geschaffen für eine Mellotron-Orgie: Cello, MKII Violinen, Steicher-Sektion bei halber Geschwindigkeit und die berühmte, bei einigen Tönen leicht übersteuerte Flöte kamen zum Einsatz.

Akkorde

70 BPM

Alle Strophen:
a,E,G,D
a,C,G,D
a,E,G,D
a,C,G,G
a,G,D,D,D
C,G,a9,a9

Interlude:
a,C,E,G

Kommentar

Ich war gerade mal 19 Jahre alt, als meine erste längere Beziehung ins zweite Jahr ging und die Euphorie langsam der beiderseits unreifen Art, mit den Eigenarten des anderen und dem Alltag umzugehen, wich. Und wir wollten jeder in eine andere Richtung. Keine drei Monate nach diesem Song haben wir uns getrennt.

Diesen Text würde ich heute so nicht noch einmal schreiben, denn "Liebesbeweise" und das Aufrechnen von Gefälligkeiten gehören meines Erachtens gar nicht in eine funktionsfähige Beziehung.

Getreu dem damaligen Motto eines sehr guten Freundes "Man sollte Eheprobleme nicht auf Schallplatte lösen", habe ich weder "Stille kann härter sein..." noch diesen Song in Kneipen oder auf der Straße gespielt. Eigentlich hab ich diesen Song so gut wie nie gespielt, und doch konnte ich mich noch gut an die Melodie erinnern, die Akkorde hatte ich zum Glück auf einem Schmierzettel notiert.
Das Zwischenspiel gehörte ursprünglich nicht zu diesem Song. Beim Anhören einer alten Cassette, die ich etwa 1978/79 aufnahm, entdeckte ich dies auf meiner damaligen Farfisa-Orgel gespielte Thema. Das vorher völlig losgelöste Motiv schien mir aktuell (2015) wie geschaffen, ein schönes Gegenthema zu diesem Song zu bilden.

©2015-2019, sicpaul alias T.P.Fischer