Sie träumt von eigenen Kindern,
Die wünscht sie sich doch so sehr.
Sie träumt von ihren Kindern,
Wie schön das doch alles wär'.
Oooh, ihre Kinder - ein schöner Traum!
Sie würde ihnen geben
Viel Liebe und Geborgenheit,
Ihre Kinder großzuziehen
Ist von Herzen sie bereit.
Oooh, ihre Kinder - ein schöner Traum!
Sie würde sie betrachten
Wie Menschen, nicht wie Eigentum;
Sie möchte ihre Kinder
Nicht wegen Anerkennung oder Ruhm.
Oooh, ihre Kinder - ein schöner Traum!
Doch dann denkt sie nach und es kommen schlimme Gedanken,
Die Realität setzt ihrem Traum engste Schranken;
Denn in dieser Gesellschaft kann sie ihnen nicht geben,
Ein unbefangenes und glückliches Leben!
Und Bilder der Wirklichkeit ziehen, an ihr vorbei....
Schon im Kindergarten wird Kindern beigebracht:
"Ihr habt nichts zu sagen, ihr habt keine Macht!
Seid lieb und brav und artig, das bringt euch Gewinn,
Tut was wir euch sagen und fragt nicht nach dem Sinn!"
Und später in der Schule wird ihnen eingebläut,
Nicht Denken, sondern Gehorchen wär' das Motto heut'!
Pauken, Schuften und Schleimen wird ihnen dort gezeigt,
Alles, nur nicht Denken, am besten ist, man schweigt!
Und wenn's dann um den Job geht, schärft man ihnen ein:
"Alle sind Konkurrenten, macht sie alle klein,
Kämpft gegen alle, sonst kommt ihr nicht nach vorn!"
- So lang sie unter sich kämpfen, verschonen sie and're mit ihrem Zorn.
Oooh,ihre Kinder - ein böser Traum!
Sie denkt weiter nach und es kommen noch schlimmere Gedanken,
Die Realität setzt ihrem Traum engste Schranken!
Denn in dieser Gesellschaft kann sie ihnen nicht geben
Ein einigermaßen erträgliches Leben!
Und Stimmen des Alltags dringen an ihr Ohr...
"Wir brauchen Industrie, wir brauchen Energie,
Unser Lebensstandard hält sich sonst doch nie!
Auch wenn die Gefahren zu groß sind, ganz sicher ist man nie,
Wir brauchen die Physik, wir brauchen die Chemie!"
-Oooh, ihre Kinder -
"Wir müssen die Preise drücken und sparen, wo's nur geht,
Weil sonst die Konkurrenz an uns'rer Stelle steht!
Am meisten kann man sparen an der Sicherheit,
Und ewige Bestimmungen geh'n uns doch zu weit!"
-Oooh, ihre Kinder -
"Ja, bevor's die meisten merken, haben den Reibach wir gemacht,
Und sind schön weit weg, wenn es dann 'mal kracht."
-Dass die Natur darunter leidet, das Leben wird zur Qual,
Haben die erst Geld gerochen, ist ihnen alles scheißegal!
-Oooh, ihre Kinder -
Oooh, ihre Kinder - ein böser Traum!
Und sie denkt noch an den Krieg und dann hat sie sich entschieden,
Den Kindern hätte das Leben zu viel Schlechtes zu bieten.
Oooh, ihre Kinder - ein Alptraum!
Angesichts all des Übels hier ist die Angst am Start,
Dass mal die Kinder sagen:
"Wär'n wir nicht geboren, blieb uns das erspart!"
Oooh, ihre Kinder - die wird's nie geben!
Sie hat Angst vor ihren Kindern,
Die will sie jetzt auch gar nicht mehr,
Sie hat Angst vor eigenen Kindern,
Weil das Leben nur Schikane für sie wär'.
Oooh, ihre Kinder - die wird's nie geben!
Änderungen Für den Teil nach "ein Alptraum" gibt es diverse Aufzeichnungen, einerseits: Dieses Risikos bewußt,/ Hat sie keine Lust,/ Daß die Kinder fragen:/"Warum leben wir, gibt es einen Sinn?", bzw. ...fragen/ Warum hast du uns geboren, du hast doch gewusst / Welch' Probleme uns nun plagen? oder aus dem Urtextbuch: Angesichts all des Übels hier / Hat sie Angst davor, daß die Kinder sagen: / "Daß wir das Übel spüren, das ist deine Schuld!". Andererseits auf einem wohl etwas neueren Schnipsel die gereimte, oben aufgeführte und nun vertonte Version.
Vorab-Version: oF6W3, Spielzeit 10:35
Anfang 2025 begann ich mit den Aufnahmen, indem ich die noch vorhandenen Abschnitte der mit Bandsalat stark geschädigten Cassetten-Aufnahme vom Ende der 90er mit einer Akkordspur E-Piano zur Orientierung zusammenfügte. Da der erste Teil komplett fehlte, rekonstruierte ich erstmal Gesang und Bass des zweiten Teils und bat meinen Freund und Ex-Kollegen Fabian Olk um das Spielen des Schlagzeugs.
Dann widmete ich mich dem ersten Teil, spielte die akustischen Gitarren und bastelte nach und nach zu provisorischem Gesang die Orgeln und anderen Keyboard-Passagen zusammen. Im Mai 2026 wagte ich mich an die drei Spuren E-Gitarre für Teil 2, ergänzte im ersten Teil Bass und Gesang und fügte endlich die beiden Teile zusammen, so dass Fabi auch die korrekte Basis zum Trommeln hatte:

Danke Fabi!
Ein weiterer Song, den ich 1980 für die leider nur sehr kurzlebige Uni-Band schrieb (vergleiche "Freiheit"). Der Text ergab sich auch hier wieder aus unzähligen studentischen Diskussionen. Einerseits flossen hier die just vergangenen schulischen Erfahrungen und die zunehmenden Sorgen vor rücksichtsloser Umweltverschmutzung ein, andererseits die bei jungen Studenten aufkeimende Frage ob, und das Für und Wider eigener Kinder.
Der Text war noch nicht ganz fertig, als wir schon an der Band-mäßigen Umsetzung der Musik werkelten, so dass der Teil kurz vor der letzten Strophe nicht nur etwas zusammengepfuscht wirkt, er war es auch. Ebenso ist die Betrachtung der schulischen Aspekte sehr einseitig aus gymnasialer Warte der 70er Jahre, wo viele Lehrer noch Zucht und Ordnung vor die Förderung interlektueller Fähigkeiten stellten. Heutige Lehrer würden sich wahrscheinlich über konstruktives Mitdenken freuen.
Nun dieser Song ist ein Kind seiner Zeit (auch was die Länge betrifft!) und ich hatte ihn, außer für einen Aufnahmeversuch mit anderen Musikern Ende der 90er auf Cassette, bisher nie wieder gespielt. Diese Cassette bildete aber die Grundlage für die Neu-Aufnahmen 2025/26.
127 BPM
Viel Schreibkram ... kommt später
©2015-2026, T.P.Fischer alias SicPaul